Was ist denn eigentlich die Grauzone?!

Während SHARP (Skinheads Against Racial Prejudice) sich seit Mitte der 90er in Deutschland langsam verabschiedete, aufgrund eines Generationswechsels und weil die Problematik mit anwesenden Nazis auf Konzerten und anderen Veranstaltungen zurückging, konnte die diffus-unpolitische Grauzone hingegen in den letzten Jahren zunehmend mehr Terrain innerhalb der nicht-rechten Szene erobern (und damit vor allem auch geschaffene klare antifaschistsiche Werte innerhalb der Szene verklären und verschwinden lassen). Konzerte bei den es früher nur so gerappelt hätte sind beispielhaft für diese neue Form der Toleranz gegenüber rechtsoffenen bis klar rechten KonzertbesucherInnen mit Thorshämmern, über RAC-Glatzen im stylischen 80er Jahre Gewand bis hin zu Thor Steinar tragenden rechten Prolls aus der Hool-Ecke. Alles natürlich vollkommen unpolitisch! Allerdings macht sich unter der Oberfläche der unpolitschen Szene die sogenannte Grauzone weiter schön breit, deren Übergänge von „unpolitisch“ zu „patriotisch“ bis hin zu „nationalistisch“ fließend sind. In dieser Szene gibt es keine klare nachvollziehbare Abgrenzung nach rechts.

Generell lassen sich grob drei Kategorien von rechten Konzerten unterscheiden, deren Grenzen ebenfalls fließend sein können:

  • Nazikonzerte mit Nazi-Bands, Nazi-Publikum und Nazi-Veranstaltern
  • Konzerte mit Beteiligung rechter Bands, mit einem Besucherspektrum von „unpolitisch“ – rechtsoffen bis hin zu neonazistisch und rechtsoffenen bis rechten Veranstaltern
  • Rechtsoffene Konzerte, auf denen „unpolitische“ bis rechte Bands auftreten mit einem Publikum von unpolitisch bis rechts (neonazistisch und Hitlergrüße sowie NS-Symbolik sind eher verpönt, werden jedoch geduldet, solange sie den Ball flach halten). Die Veranstalter kommen in den meisten Fällen aus der sogenannten Grauzone.
  • Federführend bei der Förderung dieser Szene durch Oi!/RAC-Musik sind hierbei Musik-Labels wie Dim-Records, rechte Erlebniswelten wie die zur Zeit heimatlose Location Skinhouse Menfis in Ostthüringen, Fanzines wie das Stolz und Stil und zahlreiche Bands, die zwar in vielen Fällen scheinbar nur über den „Skinhead way of life“, Spass, Gewalt und Saufen, etc. singen. Die direkte Glorifizierung des Nationalsozialismus spielt bei diesen Bands oftmals keine Rolle. Viele dieser „patriotischen“ Bands haben jedoch überhaupt kein Problem mit explizit rechten Bands oder in rechten Locations zusammen aufzutreten.Von den meisten wird jedoch gebetsmühlenartig wiederholt, dass sie zwar „patriotisch“ aber an sich vollkommen unpolitisch seien (toller Widerspruch – Als ob „patriotisch sein“ kein politisches Bekenntnis ist). Solche schwammigen, in ihrer Tendenz jedoch eindeutig rechtsorientierten Bands stehen stellvertretend für die Grauzonen-Szene, die von ihrer Mentalität einem CDU/CSU Stammtisch mit kurzen Haaren in nichts nach stehen.

    Da die Bands selbst Teil der Szene sind, sind sie Gradmesser für ihre Offenheit gegenüber dem rechtem Spektrum. Nationalistisches,rassistisches und antisemitisches Gedankengut und rechte/rechtsextremeIdeologiefragmente werden somit auch außerhalb der sich explizit verstehenden neonazistischen Skinhead-Szene wie Blood & Honour und Hammerskins transportiert und hoffähig gemacht. In der sogenannten Grauzone tummeln sich sowohl „Un- bzw. Apolitische“ als auch Rechtsextreme, die somit die Gelegenheit haben, auch mal auf anderen Hochzeiten mit zu tanzen um sich neue Vergnügungs- und Rekrutierungsfelder zu erschließen („Ich mag auch Soul und Laurel Aitken“). Die damit einhergehende schleichende Akzeptanz gegenüber rechten Positionen und rechten Personen wird von der „unpolitischen“ Fraktion somit gefördert und/oder billigend in Kauf genommen, da es keine klare Abgrenzung gibt.

    Wir meinen ganz klar: Es ist nach den Erfolgen und angenehmen Zeiten der 90er, ein deratig negativer Rückschritt erfolgt, daß es Zeit wird die Scheisse beim Namen zu nennen und dagegen tätig zu werden. Es geht darum die klare Grenze wieder zu ziehen, die es einst gab und jede/r aus der Szene hat verdammt nochmal die Pflicht zu sagen auf welcher Seite er/sie steht.

    Diese trübe Unitysauce ist absoluter Dreck!!!

    Black & Pagan Metal – mehr als nur Musik

    Rund zwan­zig Jahre nach dem Auf­stieg des nor­di­schen Black Metal haben des­sen Prot­ago­nis­ten längst un­ter­schied­li­che Wege ein­ge­schla­gen: wäh­rend ei­ni­ge Bands im Früh­stücks­fern­se­hen ihre künst­le­ri­sche An­bin­dung an das Wi­kin­ger-​Zeit­al­ter dis­ku­tie­ren, nimmt einer der ein­fluss­reichs­ten Ideo­lo­gen der Black-​Me­tal-​Sze­ne den von An­ders Brei­vik ver­üb­ten Mas­sen­mord zum An­lass, seine an­ti­jü­di­sche Ideo­lo­gie vor allem im In­ter­net zu ver­brei­ten. In der deut­schen Me­di­en-​Öf­fent­lich­keit wird Pagan Metal vor allem als eine neue Form von Ger­ma­nen­tü­me­lei wahr­ge­nom­men, die ent­we­der er­schreckt oder gar lä­cher­lich wirkt. Doch was treibt junge Men­schen dazu an, eine im­men­se En­er­gie in Black-​ und Pagan Metal zu in­ves­tie­ren? Wel­che Wahr­neh­mun­gen der sie um­ge­ben­den Ge­sell­schaft ver­an­las­sen sie zum Ein­tau­chen in die nor­di­sche My­tho­lo­gie oder die Ideen­wel­ten Fried­rich Nietz­sches? Und warum üben aus­ge­rech­net Black und Pagan Metal solch eine of­fen­bar hohe Fas­zi­na­ti­ons­kraft aus?

    Die Übergänge zu rassistischen, antisemitischen und faschistischen Ideologien sind mehr als nur Besorgnis erregend. Aus der Grauzone wird schnell die Braunzone!

    Deshalb: SMASH THE GREYZONE!!!

    Rechte Punkmusik?! Geht das überhaupt! Ja, das gibt es – deshalb: NAZI PUNKS FUCK OFF!

    Hier kurz ein Artikel über Verstrickungen, Zusammenhänge, Verknüpfungen und Kooperationen zwischen und unter aktiven Leuten der Szene wie Fanziner, Bands, Labels und Distros, aus der Grauzone und der schon latent rechten Punk und Skinheadszene.

    Dieser einleitende Satz hört sich erst einmal sehr reißerisch an und man erwartet in einem Fanzine einen entsprechenden Bericht darüber. Den wird es natürlich auch geben. Nur geht es mir heutzutage weniger um eine Hexenjagd im Stile der spanischen Inquisition, als viel mehr um eine objektive Berichterstattung. Wie und ob das funktionieren wird, stellt sich wohl erst während des Schreibens heraus. Ehrlich gesagt bin ich selbst darauf gespannt, inwiefern ich mich in etwas herein steigere, weil die Fakten die mir vorliegen mich dazu treiben.

    Was ich aber eingangs noch dringend erwähnen möchte ist, dass wenn ich in eine subjektive Sicht der Dinge verrutsche, dann filtert euch die Informationen heraus und setzt darauf euren Fokus. Checkt meine Infos, holt euch weitere ein und entscheidet unbedingt selbst, was Sache ist!

    Da es mir bei dem Bericht größtenteils um Tatsachen in teilweise schwammigen Bereichen geht, bleiben andere eindeutig rechtsoffenen Labels, Vertriebe, Bands außen vor. Sprich die kommen nicht zu Wort, sondern werden höchstens – wenn überhaupt – mal erwähnt. Das sind dann solche Altbekannte wie bspw.: Endstufe, DIM Records, Blind Beggar oder Pure Impact.

    Vor knapp einem Jahr bekam ich von einer recht großen Promofirma zwei CD’s zugeschickt. Die eine war die neue Scheibe von den Schotten Bakers Dozen und die andere ein Sampler von deren Label Rebellion Records Holland. Das Label war mir schon seit einiger Zeit bekannt. Denn rund die Hälfte der Bands stand schon einmal im Pub De Kastelei (www.kastelein.be) in Belgien auf dessen Bühne.

    Dort geben sich einige ganz klare Nazibands die Klinke in die Hand: English Rose, Endstufe Kampfzone, Steelcapped Strength, um nur einige zu nennen. Der Macher des Ladens Sucker singt in der Band Les Vilains, die als letztes ne Split zusammen mit Kampfzone veröffentlichten, und ist laut belgischer Auskünfte aber kein Mitglied von Blood & Honour, wie mir vorher zugetragen wurde. Dafür aber sein Bassist Dieter Samoy, der nach einem rassistischen Überfall vorübergehend eingeknastet wurde. Außerdem wurden bei der darauf folgenden Razzia, die die Cops auch ins De Kastelein führten, Nazipropaganda gefunden. Das passt meiner Meinung nach überhaupt nicht mit dem angeblichen Motto des Ladens zusammen, der gerne „free of politics“ wäre.

    Jedenfalls ging mir das zu weit. So kam ich dazu einige Leute zu befragen wie sie verschiedene Dinge sehen und wo ihre persönlichen Grenzen gen Rechts verlaufen.

    Als erstes wollte ich von einer Skin-Clique namens Bootboys Kaiserslautern wissen, was es bedeutet unpolitisch zu sein. Oder wie es bei Konzerten ist, wo auch mal gerne ein Ultima Thule Shirt getragen wird. Darauf antwortet mir Bernd, der aber gleich ausdrückte, dass er nicht für die komplette Clique spricht. Er sagt für ihn sei es schon in Ordnung gemäßigt links oder rechts zu sein. Das bedeute so viel, dass wenn jemand eher rechts angehaucht ist, man nicht jedem Ausländer gleich eine ballert. Man hat dann lediglich ne engere Verbundenheit zur Heimat und Kultur. Zur T-Shirt Frage erwidert Bernd, ein Kleidungsstück spiegelt nicht zwingend die eigene Einstellung. Das sehe ich aber ganz anders! Denn was ist denn ein Shirt, Button, Aufnäher anderes als ein Statement? In dem Fall zeigt man doch eindeutig, wie man tickt und ist obendrein noch eine kostenlose umherlaufende Werbung, oder etwa nicht?

    Keine Auskunft bekam ich in Neutadt/Orla in Thüringen. Dort schrieb ich den ansässigen Konzertladen Menfis an. Auf deren mittlerweile geschlossenen Homepage prangerten groß die durchgestrichenen Buchstaben PC. Da wollte ich natürlich wissen, was es damit auf sich hat und warum man sich als unpolitisch sieht, aber trotzdem Endstufe und solche Konsorten verlinkt. Auch fanden dort regelmäßig mehr als nur eigenartige Konzerte statt. Den letzten Auftritt hatte dort die Band Test A, von denen sich ein Bandmitglied mit einem Kahlkopf T-Shirt ablichten ließ und die bei DIM Records ein Album heraus brachten. Noch lange vor dieser Band spielten dort aber Kapellen vom Kaliber VollKontaCt, was die Nachfolgeband von der rechten Hooligancombo Kategorie C ist. Aufmerksam den Namen der Gruppe gelesen kommt man da sogar alleine drauf. Aber wie gesagt bekam ich aus dem Hause keine Antwort.

    Ebenfalls aus Thüringen kommt das Fanzine Stolz und Stil. Eigentlich brauch man mit dem Macher gar nicht groß in Kontakt zu treten wenn man sich dessen Veröffentlichungen im Netz anschaut. Bloß fiel mir auf Anhieb kein anderes Heft ein. Also fragte ich Micha gleich anfangs ziemlich frech, wie man als Skinhead dazu kommt Rassismus gut zu finden. Er entgegnete mir er sei kein Rassist, er fände einfach alles scheiße und sei 100% Skinhead. Logisch, dass mir das als Antwort nicht reichte und so konfrontierte ich ihn mit einem kleinen aber feinen Auszug seiner Artikel: Endstufe, Ultima Thule, Les Vilains, Brachial. Hinzu fügte ich die Frage, was das mit dem traditionellen Skinhead-Kult zu tun hat. Zu letzterem schreibt der Thüringer Skinhead lediglich, dass es besagte Bands früher noch nicht gab. Was die Bands an sich betrifft, kommt es mir vor, als ob ich Micha in die Ecke gedrängt hatte. Er reagierte ziemlich aggressiv, behauptete ich würde einen Scheiß verstehen, da er auch Sharp Bands befragt habe und ich würde nur sehen was ich sehen will. Damit beendet er den Kontakt. Schade, so werde ich auch nie erfahren welche Sharp Kapelle er meint. Übrigens wird das Heft über den Adler Versand vertrieben. Dessen Mailorder angeschaut kann mir der Micha erzählen was er will. Die sind so rechts wie das Amen in der Kirche sicher ist!

    Nun wollte ich auch mal ein paar Aussagen von Bands. Die erste Anfrage ging an die Schusterjungs aus Weißenfels. Das Trio sollte mir erklären wieso sie einst im oben benannten De Kastelein zum Tanze aufspielten. Nach der dritten Mail war dann auch mir klar, dass ich darüber niemals eine Auskunft bekommen würde.

    Deswegen ging ich quasi ins Ausland und stellte Ultimo Asalto aus Barcelona die gleiche Frage. Das Mitglied der Gruppe war aalglatt und meinte dort haben auch Bands wie Discipline oder Argy Bargy gespielt. Trotzdem haben sie scheinbar kapiert um welche Art von Etablissement es sich handelt. Denn weitere Auftrittsangebote habe man ausgeschlagen. Irgendwie kann ich ihnen das nicht unbedingt glauben. Weil ihre Platten legen sie unter anderem bei dem französischen Label Bords de Seine auf. Der Chef des Labels Nico ist gleichzeitig Sänger der Band Haircut, die auf DIM Records ihre „Fils D’ouvrier“ LP heraus brachten und auch dreimal in besagter Spelunke auf der Bühne stand. So gesehen sind die Spanier entweder total unwissend, wo sie veröffentlichen oder eben aalglatt, was ich eher glaube, aber nicht weiß!

    Aufgrund eines „heißen“ Tipps schrieb ich die Hauptstädter Berliner Weisse an. Sie fragte ich, ob es tatsächlich stimmt, dass sie sich von KB Records aufgrund politischer Differenzen trennen wollen. Darauf bekam ich eine denkbar kurze Auskunft, ich solle meine Fresse halten und keine Gerüchte verbreiten. Hä, wie bitte? Ich hatte eine Frage und keine Behauptung aufgestellt!

    So ging es direkt zu KB Records und der namens gebenden Band Krawallbrüder. Pascal befragte ich nicht groß nach der Band. Denn erstens habe ich den Trubel um die Band im Vorfeld des diesjährigen Force Attack nicht mitbekommen und außerdem ging der Schuss wohl nach hinten los und die Combo hat nun einen Märtyrerbonus. Mich interessierte viel mehr der Webshop, in dem man problemlos Skredriver zu kaufen bekommt, als auch bspw. Skinflicks, die auf Blind Beggar veröffentlichen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass das nur zwei Beispiele aus dem Angebot sind, welches ich mehr als schräg finde. Pascal äußerte sich diesbezüglich recht abgeklärt und stellt fest, dass er seine Grenzen wo anders zieht als ich. Meiner Meinung nach mit beiden Beinen im braunen Sumpf stehend! Damit meine ich nicht den aktiven extremen rechtsradikalen Teil, sondern die Stufe darunter die eben jenen unterstützt. Zum Abschluss des Emailverkehrs lässt mich Pascal noch folgendes wissen: „Schreib nichts was gelogen ist, sonst gehts rund, ich bin da nicht so zimperlich und nen Anwalt brauch ich auch nicht!“.

    Ähnlich, aber eindeutig ohne Androhungen körperlicher Gewalt, verliefen die Gespräche mit United Kids Records und Bandworm Records.

    Mecko von UKR beantwortete die Frage wegen dem Verkauf der ersten Skrewdriver Platte, Ian Stuart sei zwar ein Spinner aber die Platte Punkrockgeschichte. Ich finde so eine Argumentation absoluten Quatsch! Insgesamt gesehen zieht sich diese Haltung durch das komplette Programm des Internetshops. Korrekt ist, was gefällt. Also eben auch DIM Records Scheiben von bekennenden Rechtsradikalen wie Ultima Thule, Blind Beggar Releases, das Stolz und Stil Fanzine und weiterer geistiger Schwachsinn.

    Aus dem Hause Bandworm meldete sich Dirk zurück und meinte es sei schwer eine Grenze zu ziehen, womit er sicherlich recht hat. Vor allem, wenn er darauf verweist, welche Band mal mit einer anderen zusammen die Bühne teilte. Nur ist dann eben die Frage, ob man die Grenze nicht schon vor Bands, die bspw. schon in der bekannten belgischen Kneipe auftraten, zieht und mit ihnen nicht auch noch eine Platte wie im Falle Close Combat produziert. Da finde ich die Aussage, dass noch niemand in jenem De Kastelein war und man sich deswegen kein Bild machen kann, einfach falsch. Um es überspitzt zu sagen, ich war auch noch nie in Australien und weiß, dass es das Land gibt!

    Kurz vor Schluss möchte ich noch auf Rebellion Records Holland zu sprechen kommen. Den Macher Wouter fragte ich wieso er denn so viele Bands veröffentlicht, die im De Kastelein auftreten (ich weiß, langsam reicht es mit der Kneipe in Belgien. Doch wie anfangs erwähnt ist der Laden mehr als nur schlimm). Er entgegnete mir, er würde nur mit Bands zusammen arbeiten, die keine politischen Statements abgeben würden. Ehrlich gesagt frage ich mich, ob es nicht Aussage genug ist bei solchen Typen zu feiern, die mit ihrer Attitüde alles andere als hinterm Berg damit halten!? Obendrein fand ich es polemisch und arrogant zugleich zu behaupten wir in Deutschland seien was Politik betrifft, aufgrund unserer beschämenden Vergangenheit, paranoid. Den Kloß geschluckt interessierte ich mich für die Cock Sparrer DVD, die vorher von Yannick Pollet/Hit Records vertrieben wurde. Sicherlich wissen nur Wenige, was es mit dieser Person auf sich hat, darum ein wichtige Kurzinfo über diesen „netten“ Zeitgenossen: Er war Mitglied in der Niederländischen rechtsextremen Partei Vlaams Block, betreibt oder betrieb Excalibur Records, was nach seinen eigenen bescheidenen Angaben Belgiens größter Hersteller von Nazi-Tonträgern ist. Außerdem ist Excalibur Teil des Netzwerks von C18 und White Terror Records. So könnte das noch munter weiter gehen. Wie dem auch sei, seit dieser Frage habe ich von dem guten Wouter nichts mehr gehört, was für mich seine eigene Sprache spricht.

    An und für sich könnte ich noch viele Seiten mit derlei Fakten füllen. Doch würde ich Wert auf Vollständigkeit legen, dann müsste ich dafür mindestens eine Extraausgabe bringen. Darum ziehe ich an dieser Stelle nun einen Strich. Worum es mir nämlich hauptsächlich geht wurde hoffentlich klar. Mir geht es maßgeblich darum den größten Teil unserer Subkultur für dieses Thema zu sensibilisieren. Das heißt nicht mit dem Zeigefinger drohend da zu stehen und zu erklären, was man alles darf und was nicht. Für so selbst bestimmt halte ich euch, unsere Leser, schon. Es geht darum offensichtliche Nazis zu isolieren nicht zu integrieren, in dem man ihre Produkte kauft oder verkauft! Sprich bevor man sich ne neue Scheibe zulegt mal schauen bei welchem Label das Album erscheint. Heutzutage ist das mit dem Internet kein Problem mehr. Danach kann man immer noch entscheiden, ob man nun zulangt oder es bleiben lässt.

    Hier soll kein großes Nazimonster stilisiert werden, dass uns alle fressen wird. Bloß mache ich mir schon so meine Gedanken wenn bspw. eine Kappelle wie Gerbenok, die nach Aussagen eines ihrer Freunde alles andere als rechtsoffen oder rassistisch sein sollen, solche Texte schreiben:

    Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so

    Irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo
    Mit langem Haar und schöner Bräune stehn sie an der Litfaßsäule
    Schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht

    Hallo? Also wenn das nicht Rassismus Deluxe ist, dann frage ich mich wo eben jener beginnt!? Auch wenn diese Strophe aus dem Song „Die neuen Hippies“ aus dem Zusammenhang gerissen ist, so kann ich euch versichern, das Lied ist im Gesamten nicht besser. Wer mir nicht glaubt, kann sich gerne die Homepage der Jungs anschauen. Am besten gleich noch den Text „Sachsen-Anhalt“ gelesen und mit dem Rest verglichen. Da erschließt sich mir ein erschreckendes Bild. Denn wenn solche Bands die Zukunft des deutschsprachigen OI! sein sollen, na dann gute Nacht!

    Mein abschließendes Fazit zu meiner Recherche bzgl. dieses Artikels:

    Leute wie Gerbenok, das gleiche zählt für Konzertorganisatoren, Fanziner, Bands und Labelmacher, mögen sicherlich nicht rassistisch sein, bzw. wissen nicht, dass es, wie im Falle der Band, ihre Texte sind. Ich will der Band da rein gar nichts unterstellen. Aber wo bitte schön fängt dann Rassismus an? Bei „Ausländer raus“? Nein, sondern halt bei jenem Bildzeitungfaschismus, der eben unreflektiert ist ohne Ende! Da wurde nichts dazugelernt und mir graut davor, dass das die kommende Stammtischgeneration sein soll.

    Deswegen, tretet nicht die Pfade eurer Eltern noch breiter, sondern geht eigene! Habt Spaß am Leben und feiert bis die Fetzen fliegen. Aber lasst euch nicht verarschen und hinterfragt, was ihr vorgesetzt bekommt. So wie diese Zeilen auch!

    Deshalb eine klare Ansage: NAZI PUNKS FUCK OFF!!!

    R:A:S:H:-:E:I:F:E:L:!